Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
Ausschnitt eines kolorierten Kupferstiches, der verschiedene Kakteenblüten zeigt

Early Printed Books

Die Sammlung historischer Drucke der SUB Göttingen gehört zu den bedeutendsten in Deutschland. Sie zeichnet sich vor allem durch ihre inhaltliche Vielfalt sowie ihre reichen Bestände aus dem 18. Jahrhundert aus.

Die SUB Göttingen bewahrt mehr als eine halbe Million historische Drucke von 1501 bis 1900. Ihr Gründungsbestand setzt sich im Wesentlichen aus drei Sammlungen zusammen: der Sammlung des Celler Großvogts Joachim Hinrich von Bülow, einer Dublettenabgabe der Königlichen Bibliothek in Hannover sowie der Bibliothek des Göttinger Pädagogiums, das zuvor im Historischen Gebäude residiert hatte. Der systematische Bestandsaufbau seit der Gründung der Bibliothek hatte zur Folge, dass sich die Göttinger Einrichtung im 18. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten Bibliotheken Deutschlands entwickelte.

Im Jahr 1770 erhielt die Bibliothek durch die Schenkung des Frankfurter Patriziers Johann Friedrich von Uffenbach über 2.000 Drucke, darunter vor allem mathematische, technische, militärische und kunsthistorische Werke. Aufgrund der Personalunion des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg mit dem Königreich Großbritannien unter Georg II. pflegte die Universitätsbibliothek enge Beziehungen zur britischen Insel. Dies ermöglichte es ihr, eine der größten Sammlungen englischsprachiger Bücher des 18. Jahrhunderts außerhalb des anglo-amerikanischen Sprachraums aufzubauen.

Darüber hinaus besitzt die SUB Göttingen eine bedeutende Sammlungen von Lutherdrucken, beispielsweise das Septembertestament von 1522 sowie die ausschließlich in Göttingen überlieferte dritte Ausgabe des Kleinen Katechismus. Eine wertvolle Ergänzung zur Erforschung der reformatorischen Liturgie und Andacht stellt die Gesangbuchsammlung Georg Christian Gebauers mit circa 1.000 Bänden dar.

Seltene Drucke (Rara)

Etwa 14.000 seltene Drucke bilden die Rara-Sammlung der Universitätsbibliothek, darunter bedeutende Erstausgaben, wertvolle Drucke mit Holzschnitten und (handkolorierten) Kupferstichen, botanische und zoologische Tafelbände sowie historische Atlanten und Kartenwerke. Zu den Rara zählen auch mehrere Sammlungen, die geschlossen von der SUB Göttingen übernommen wurden, wie die Bibliothek des berühmten Mathematikers Carl Friedrich Gauß oder die Schenkung Johann Friedrich von Uffenbachs. Zudem pflegt die Bibliothek eine kleine Sammlung besonders kunstvoll oder aufwendig gestalteter Einbände, die sogenannten Einband-Rara.

Sammlung Deutscher Drucke des 18. Jahrhunderts

Die Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SSD) ist ein Zusammenschluss von sechs Bibliotheken, die gemeinsam die Aufgaben einer „verteilten Nationalbibliothek“ erfüllen. Ihr Ziel ist es, die Bestände deutschsprachiger oder auf Deutschland bezogener Drucke retrospektiv zu vervollständigen, zu erschließen und zu digitalisieren, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Jede der teilnehmenden Bibliotheken ist für einen bestimmten Zeitraum zuständig.

Die Göttinger Universitätsbibliothek gehörte im 18. Jahrhundert zu den führenden wissenschaftlichen Bibliotheken Europas und verfügt über umfangreiche Buchbestände dieser Epoche, die alle Disziplinen und Fächer abdecken. Im Rahmen der AG SDD ist sie daher für die Erwerbung und Erschließung der Drucke verantwortlich, die zwischen 1701 und 1800 im deutschen Sprachraum oder in deutscher Sprache erschienen sind.

Die Sammlung Deutscher Drucke des 18. Jahrhunderts (SDD 18) an der SUB Göttingen umfasst mehr als 21.000 Bände, von denen ein großer Teil im Rahmen des Projekts VD18 digital digitalisiert wurde. Sie ergänzt die herausragenden Bestände der Bibliothek aus dieser Zeit und bildet eine in Deutschland einmalige Quellenbasis für die Frühneuzeitforschung. 

Inkunabeln

Die SUB Göttingen bewahrt mehr als 3.000 Bände aus der Frühzeit des Buchdrucks. Besonders hervorzuheben ist ihr Reichtum an volkssprachigen Drucken, sowohl der älteren deutschen Literatur als auch in anderen Sprachen. Etwa die Hälfte der Göttinger Inkunabeln wurde im deutschsprachigen Raum gedruckt. Weitere Druckorte liegen in Italien, Frankreich, den Niederlanden, Schweden, Spanien und Portugal. Aus England stammen elf Inkunabeln, denen aufgrund der bescheidenen Anfänge der englischen Buchproduktion im 15. Jahrhundert jedoch besonderes Gewicht zukommt.

Die bekannteste Inkunabel der SUB Göttingen ist zugleich das wertvollste Stück der Bibliothek: die Gutenbergbibel, ein Pergamentdruck aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, von dem weltweit nur vier Exemplare erhalten sind. Seit 2001 ist die Göttinger Gutenbergbibel Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Historische Drucke recherchieren

Für die Recherche nach historischen Drucken nutzen Sie den Göttinger Universitätskatalog (GUK) oder GöDiscovery. Im Bereich Recherchieren finden Sie weitere wichtige Datenbanken und Kataloge, beispielsweise für die Suche nach spezifischen Bestandsgruppen wie Inkunabeln oder Musikalien. Detaillierte Informationen zu ausgewählten Sammlungen vermittelt der Sammlungskatalog.

Historische Drucke benutzen

Historische Drucke können über den Göttinger Universitätskatalog (GUK) oder GöDiscovery bestellt und im Lesesaal des Historischen Gebäudes eingesehen werden: Besuch im Lesesaal.

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