
Subject Collections
Im Laufe ihrer Geschichte erwarb die Bibliothek eine Reihe von Sammlungen besonderen Zuschnitts, die heute ihre Bestände bereichern – beispielsweise das Bibliotheksarchiv, die Porträtsammlung Göttinger Professor*innen oder die Akten der Nürnberger Prozesse.
Akten der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse
Die SUB Göttingen besitzt eine der größten Materialsammlungen zu den Nürnberger Prozessen in Deutschland. Sie umfasst hektografierte maschinenschriftliche Dokumente, Fotokopien und Mikrofilme zu den Prozessen gegen die Hauptkriegsverbrecher sowie zu den zwölf Nachfolgeprozessen. Der ursprüngliche Bestand wurde im Laufe der Zeit durch weitere zeitgenössische Quellenzeugnisse und Dokumente von anderen Stellen erweitert.
Zur Erschließung und Erforschung der Akten wurde 1949 in Göttingen der „Nürnberger Apparat“ (offizieller Titel: Forschungsstelle für Besatzungsfragen) gegründet. Die Sammlung ist nicht vollständig katalogisiert; für einzelne Teile liegen Kurzverzeichnisse bzw. Zettelkästen vor.
Archiv der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Mit dem Archiv der 1751 gegründeten Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen liegt der älteste Archivbestand aus dem Umfeld der Göttinger Universität als Depositum in der SUB Göttingen. Nach Vorarbeiten durch den Sekretär der „Königlichen Societät der Wissenschaften“ Johann David Michaelis und auf Initiative der beiden ersten Direktoren der Societät, Samuel Christian Hollmann und Johann Matthias Gesner, wurde es zwischen 1753 und 1756 durch den Göttinger Bibliothekar Georg Christoph Hamberger angelegt. Die fünf Sachgruppen des etwa 60 laufende Aktenmeter umfassenden Archivs beinhalten heute u.a. Materialien zur inneren Ordnung der Akademie, zu ihren Mitgliedern und Angestellten, zu wissenschaftlichen Projekten sowie zu ihren Veröffentlichungen.
Bibliotheksarchiv
1763 auf Anregung der beiden Bibliotheksdirektoren Johann David Michaelis und Christian Gottlob Heyne gegründet, umfasst das Bibliotheksarchiv der SUB Göttingen mehr als 75 laufende Aktenmeter historischen Materials seit Aufnahme des Bibliotheksbetriebs 1734 bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei handelt es sich um Schriftstücke zur Bibliotheksverwaltung und -organisation, Akten zu Etat- und Haushaltssachen, Materialien zu Gebäuden und Einrichtungen, Verwaltungsberichte sowie Unterlagen zu Beständen, Sammlungen, Schenkungen und Erwerbungen. Erhalten sind zudem die historischen Kataloge, Zugangsbücher und Ausleihjournale der Bibliothek. Die Bestände des Bibliotheksarchivs werden sukzessive in Kalliope erschlossen.
Porträtsammlung
Zur Porträtsammlung der Universität zählen mehr als 3.400 Abbildungen von Göttinger Professorinnen und Professoren sowie weiteren Gelehrten. Sie geht zurück auf den Göttinger Anatomieprofessor Max Voit (daher auch „Sammlung Voit“), der 1921 mit dem Aufbau begann. Nach seinem Tod wurde die Sammlung von der Universitätsbibliothek übernommen und wird bis heute fortgeführt.
Schlözer-Stiftung
Bei der Schlözer-Stiftung handelt es sich um eine Sammlung von Büchern, Handschriften, Noten, Kunstwerken, Möbeln und Gebrauchsgegenständen aus dem Besitz der Familie von Schlözer. Zu ihren bekanntesten Mitgliedern zählen August Ludwig von Schlözer, ein bedeutender Publizist der Aufklärung und Professor an der Universität Göttingen, sowie seine Tochter Dorothea von Schlözer. Dorothea war die erste Frau, die an der Universität Göttingen promoviert wurde, und die zweite Frau in Deutschland, der ein Doktortitel verliehen wurde.
Die Drucke aus der Schlözer-Stiftung sind in den elektronischen Bibliothekskatalogen GUK und GöDiscovery nachgewiesen, die Handschriften im Kalliope-Portal erschlossen. Die Kunst- und Alltagsgegenstände wurden im Sammlungsportal der Universität Göttingen erfasst.
Sondersammlungen recherchieren
Weitere Hinweise auf Datenbanken und Kataloge zu unseren Sammlungen finden Sie im Bereich Recherchieren. Detaillierte Informationen zu ausgewählten Sammlungen vermittelt der Sammlungskatalog.
Sondersammlungen benutzen
Materialien aus den Sondersammlungen können nach Bestellung im Lesesaal des Historischen Gebäudes eingesehen werden: Besuch im Lesesaal.




