
Digitale Werkzeuge
Die SUB Göttingen entwickelt und betreibt digitale Werkzeuge und Dienste, die Forschende, Lehrende und Studierende beim Entdecken, Analysieren, Annotieren und Publizieren digitaler Ressourcen unterstützen.
Unsere Werkzeuge und Dienste
TIFY ist ein schlanker, JavaScript-basierter IIIF-Dokumentbetrachter, der von der SUB Göttingen entwickelt und für Mobilgeräte optimiert wurde. Er bietet eine schnelle und leicht zu bedienende Oberfläche. TIFY kann auch Volltexte anzeigen.
IIIF steht für „International Image Interoperability Framework“ und definiert verschiedene API (application programming interfaces), die eine standardisierte Methode für die Beschreibung und Darstellung von Bildern für das Web sowie strukturelle Metadaten für die Präsentation bieten. IIIF besteht aus vier APIs: Zwei Kern-APIs (Image und Presentation) und zwei Zusatz-APIs (Authentication und Content Search). Dadurch können Bücher, Zeitungen, Handschriften, Karten, Schriftrollen, Sammlungs- und Archivmaterial weltweit zwischen Institutionen und Repositorien mit geringem Aufwand geteilt werden.
Diese Bilder und Metadaten lassen sich mit jeder IIIF-kompatiblen Anwendung verarbeiten und anzeigen. Die SUB Göttingen ist Mitglied des IIIF-Konsortiums.
IIIF-konforme Repositorien, die die SUB Göttingen anbietet:
- Göttinger Digitalisierungszentrum (GDZ) - Digitale Bibliothek für historische Quellen
- Allianz- und Nationallizenzen Repositorium
- Wissenschaftliche Sammlungen der Georg-August-Universität Göttingen
- TextGrid - Digitale Bibliothek für wissenschaftliche Editionen
TIFY steht unter GNU Affero General Public License (AGPL) zur Verfügung. Eine Demo-Installation und der Quellcode ist auf GitHub verfügbar.
Beispiele für den Einsatz:
- Göttinger Digitalisierungszentrum (GDZ)
- Nationallizenzen Hosting
- East Carolina University - Digital Collections
- Hrvatska Glagoljica
TIFY kann auch dafür verwendet werden, mit der Software “Goobi” digitalisierte Werke zu präsentieren.
Die Software „Goobi“ wurde im Jahr 2004 im Göttinger Digitalisierungszentrum (GDZ) der SUB Göttingen entwickelt, um die Steuerung und Organisation der Erfassung von Metadaten und Strukturdaten für die Massendigitalisierung zu ermöglichen.
Goobi ist ein quelloffenes, plattformunabhängiges und lizenzkostenfreies Softwarepaket für das Workflowmanagement von Digitalisierungsvorhaben. Die Software wird seitdem in diversen Einrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene eingesetzt, beispielsweise in Deutschland, Großbritannien, Israel, Österreich, der Schweiz, Spanien und den USA.
Goobi implementiert das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
autorisierte METS/MODS-Profil und lässt sich daher mit vielfältigen Präsentationsmodulen verknüpfen.
Das Softwarepaket ist der zentrale Baustein einer kooperativen und kollaborativen Arbeitsumgebung und erfüllt folgende Funktionalitäten:
- Plattformunabhängigkeit (Web-Applikation)
- Zentrale Verwaltung der Digitalisate (Images) und Metadaten/Strukturdaten
- Import- und Exportschnittstellen für Metadaten und für Digitalisate
- Controlling-Mechanismen
- Projektmanagement, Workflowsteuerung, Mandantenfähigkeit, Metadateneditor zur Meta- und Strukturdatenerfassung sowie Dokumentationsfunktionalitäten.
Seit 2006 wird Goobi an der SUB Göttingen als zentrales Workflow-Management-System für alle Digitalisierungsobjekte (Archivalien, Drucke, Handschriften, Karten, Nachlässe) eingesetzt.
Zur Verbesserung der Interoperabilität und Skalierbarkeit verschiedener Projekte mit dem Ziel Texte bereitzustellen, entwickelt die SUB Göttingen einem modularen Ansatz folgend eine generische API-Spezifikation (TextAPI) und eine zugehörige Webanwendung zur Darstellung unterschiedlicher Textressourcen und Begleitmaterial (TIDO). Das Zusammenspiel beider Komponenten wurde in verschiedenen Projekten etabliert.
Die TextAPI ist eine Middleware zur Bereistellung von Textdaten und zugehörigen Metadatan. Sie wurde auf Basis des FRBR-Konzeptes entwickelt und hat IIIF zum Vorbild. Über vorgegebene REST-Endpunkte können Metadaten und Verweise auf unterschiedliche Textrepräsentationen (Serialisierungen) angegeben werden. Dabei ist die Spezifikation größtenteils agnostisch zur verwendeten Technologie. Sie schreibt nur die JSON-konforme Ausgabe der Metadaten vor.
In Ergänzung zur TextAPI werden Annotationen zu den eigentlichen Texten gemäß einer W3C-Spezifikation angeboten. So können zugehörige Stellenkommentare, Registerdaten oder beliebige andere Daten referenziert und ausgeliefert werden.
Die TextAPI selbst ist modular organisiert.
TIDO Viewer ist ein konfigurierbarer, erweiterbarer und einfach integrierbarer Textbetrachter, der für die Anzeige von Digital Editionen entwickelt wurde. TIDO wurde für die Anzeige von Ressourcen optimiert, die über TextAPI bereitgestellt werden. TIDO bietet Panels, um verschiedene Textdarstellungen, Metadaten und Bilder Ihrer Sammlung, Ihres Manuskripts oder Objekts anzuzeigen. Die Panels sind über die Code-Konfiguration und auf der Benutzerseite anpassbar.
Das Content-Panel bietet eine einfache Navigation über die Strukturelemente eines Objektes oder einer Sammlung.
Das Text-Panel zeigt das eigentliche Textobjekt auf unterster Ebene (in der Regel Seitenebene). Die Inhalte können ressourcenspezifisch gestyled angezeigt werden.
Im Image-Panel können zugehörige Bildobjekte mit Zoom und Vollbildmodus betrachtet werden.
Das Metadaten-Panel zeigt ein Basisset an Metadaten, welches ressourcenspezifisch erweitert werden kann.
Die Panels sind optional und können auch von Benutzerseite ein- und ausgeblendet werden. Nur das Text-Panel und das Metadaten-Panel sind obligatorisch.
Beispiele können über die Demo-Version des Viewers angesehen werden.
Weitere Angaben
TIDO ist unter GNU Affero General Public License verfügbar. Eine Demo-Installation und der TIDO-Quellcode sind auf GitHub verfügbar.
TextAPI ist unter CC-BY-ND-4.0 lizenziert. Ihre Beschreibung ist bereitgestellt auf der TextAPI Website und kann nachgenutzt werden.
Beispiele für den Einsatz:
An der Georg-August-Universität Göttingen fallen in den verschiedenen Einrichtungen wie Fakultäten, Instituten, Lehrstühlen Bilddaten an. Dabei kann es sich sowohl um eingescannte Grafiken, als auch fotografierte Versuchsaufbauten oder andere Abbildungen handeln. Verwendung können diese Bilddaten bei der Dokumentation von Forschung oder in der Lehre finden.
Um ein Wiederauffinden bei der Recherche zu ermöglichen, werden diese Bilder durch Metadaten wie Titel, Urheber, Quellenhinweise usw. beschrieben.
Die SUB Göttingen bietet den Einrichtungen der Universität für die Erfassung und Recherche von Bilddaten das Datenbank-System GöPix an. Die SUB Göttingen kümmert sich um den Betrieb des Systems und die Betreuung der nutzenden Einrichtungen.
Das GöPix-System basiert auf der easydb-Software, die im deutschsprachigen Raum weite Verbreitung für vergleichbare Einsatzzwecke gefunden hat.
Durch die ständig wachsende Vernetzung mit weiteren Institutionen, die diese Software einsetzen, soll eine gemeinsame Recherche in den Beständen mehrerer wissenschaftlicher Einrichtungen ermöglicht werden.
Das GöPix-System erlaubt momentan nur Angehörigen bestimmter Institute den Zugriff auf die jeweils eigenen Daten, ein Gastzugriff auf die bestehenden Daten ist derzeit nicht möglich.
Wenn Sie Interesse an GöPix haben, weitere Informationen benötigen oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Hans-Werner Hilse
Vergleichende Visualisierung
Der DARIAH-DE Geo-Browser ermöglicht eine vergleichende Visualisierung mehrerer Anfragen und unterstützt die Darstellung von Daten und deren Visualisierung in einer Korrelation von geographischen Raumverhältnissen zu entsprechenden Zeitpunkten und -abläufen. Hierdurch können Forscherinnen und Forscher Raum-Zeit-Relationen von Daten- und Quellensammlungen analysieren und zugleich Korrelationen zwischen diesen herstellen. Hier findet sich ein Beispiel-Datensatz für den Geo-Browser, in dem Publikationszeiten und -Orte von Veröffentlichungen Friedrich Schillers und Johann Wolfgang von Goethes gegeneinander aufgetragen sind.
Alle Funktionen sind ohne Anmeldung frei zugänglich. Der Geo-Browser ist ein Tool zur Visualisierung und Analyse von Raum-Zeit-Relationen für Geisteswissenschaftler. Der Browser zeigt eine Karte der Welt. Durch Scrollen lässt sich in die Karte hinein- oder herauszoomen. Links gibt es eine Leiste, auf der man durch Ziehen Richtung „+“ oder „-“ ebenfalls hinein- oder herauszoomen kann.
Forschungsfragen
Die mit dem Geo-Browser zu beantwortenden Forschungsfragen sind vielfältig. Der Geo-Browser ist ein interdisziplinär einsetzbares Tool bzw. Service, der Raum-Zeit-Relationen unterschiedlichster Perspektiven analysieren kann. So z. B. Fragen nach Fundorten von archäologischen Objekten, zu Geburtsorten von Personen oder zu sozio-ökonomischen oder politischen Ereignissen. Zugleich können Datensätze miteinander korreliert werden, um so beispielsweise die geschichtswissenschaftliche Frage zu klären, welche Auswirkungen Hungersnöte im Europa des 18. Jahrhunderts auf die politische Stabilität besaßen und ob hierbei eine Korrelation zu Revolutionen festzustellen ist.
Darüber hinaus kann der Geo-Browser aber auch als Visualisierungstool verwendet werden, um beispielweise DH-Projekte oder DH-Studiengänge und deren geographisch-zeitlichen Entwicklungsverlauf während der letzten zehn Jahre darzustellen.
Geistes- und kulturwissenschaftliche ForscherInnen, JournalistInnen und die interessierte Öffentlichkeit, können gleichermaßen dieses Open Source Tool nutzen, um komplexe Daten zu erforschen und somit sowohl zeit-, als auch raumbezogene Fragen zu beantworten.
Der Datasheet Editor ist ein nutzendenfreundliches Tool, um Daten für den Geo-Browser vorzubereiten und diese sinnvoll für die Visualisierung zu organisieren. Durch die nahtlose Integration von verschiedenen Datenquellen (online oder lokal) wie KML-, KMZ-, CSV- oder auch Excel-Dateien können Zeit- und Ortsdaten einfach importiert und bearbeitet werden.
Der Datasheet Editor ist für Forschung, Wissenschaft und persönliche Projekte geeignet und er ermöglicht das Teilen Ihrer Datensätze mit der Welt und bietet eine komfortabe Möglichkeit zur Datenvisualisierung und Zusammenarbeit.
Georeferenzierung
Eine Georeferenzierung der Datensätze kann entweder manuell vorgenommen werden oder semi-automatisch durch die Verwendung von mehreren Norm-Datensätzen erfolgen. Diese Daten werden in den Geo-Browser übernommen und standardmäßig auf einer geographischen Karte dargestellt. Hierfür stehen der Getty Thesaurus of Geographic Names (TGN), OpenStreetMap (OSM), und GeoNames zur Verfügung. Darüber hinaus können aber auch historische Karten verwendet werden, auf denen die politischen, sozialen und auch ökonomischen Verhältnisse zu einer bestimmten Epoche dargestellt sind.
Der Einstiegspunkt zum Einspielen von Kollektionen und Daten in das DARIAH-DE Repository ist der DARIAH-DE Publikator, der Ihnen die Möglichkeit bietet, Ihre Kollektionen für einen Import in das DARIAH-DE Repository vorzubereiten, zu verwalten, und diese schließlich in das Repository einzuspielen.
Eine ausführlicht Dokumentation zur Nutzung des Publikators finden Sie in der DARIAH-DE Repository Dokumentation.
DARIAH-DE stellt den Getty Thesaurus of Geographic Names (TGN) und Personendaten der Gemeinsame Normdatei (GND) als Dienst über eine REST-Schnittstelle zur Verfügung. Die Schnittstelle zum TGN wird bespielsweise vom Geo-Browser genutzt, die der GND unter Anderem für die Extraktion von Personendaten für TextGrid Metadaten.
Beide Schnittstellen stehen Nutzenden zur Verfügung, die Dokumentation der Schnittstellen befindet sich in der DARIAH-DE Dokumentation.
Ein Teil der Annotation Sandbox ist der Annotation Viewer. Er ist ein webbasiertes Annotationstool, das es den Nutzenden ermöglicht, Texte mit einfachen Annotationen auszuzeichnen.
Die Beta-Version der Annotate-Funktion im TextGrid Repository (TextGridRep) bietet die Möglichkeit, Texte aus dem TextGridRep heraus in den Annotation Viewer zu laden, um dort direkt die Annotation durchzuführen. Der Annotation Viewer ist eine Webapplikation; Downloads und Installationen sind folglich nicht nötig und die Nutzenden greifen auf externe Server zu, so dass Anwendende keine großen Rechenkapazitäten benötigen. Der Schritt, Texte aus dem TextGridRep herunterzuladen und dann wieder in den Annotation Viewer zu laden, entfällt hiermit.
Der Annotation Viewer ist im TextGrid Repository dokumentiert und gehört zur DARIAH-DE Annotation Sandbox.
Die React-basierte Webanwendung GeoMapper ermöglicht es, in GRO.Data (dataverse) gespeicherte Geodaten auf einer Karte zu visualisieren. Sie soll einerseits ins Dataverse eingebunden werden und andererseits lässt sich das Dataverse auch aus der Anwendung heraus über die API-Schnittstelle durchsuchen. Auch lokale Dateien können damit visualisiert werden. Es findet keine separate serverseitige Speicherung von Daten statt.
Die digitalen Werkzeuge der SUB Göttingen sind modular aufgebaut und offen verfügbar. Viele unserer Entwicklungen entstehen in Kooperation mit Partnerinstitutionen des Göttinger Campus, DARIAH-DE und der NFDI-Initiativen – für eine vernetzte, offene und zukunftssichere Forschungslandschaft.
